In einem packenden Zweitliga-Spiel hat der SSV Jahn einen Punkt gegen den favorisierten Hamburger SV erkämpft. Die frühe Führung von Sargis Adamyan (6.) glich Davie Selke noch spät mit einem Elfmetertor aus (83.). Die leidenschaftlich kämpfende Jahnelf verpasste damit den zweiten Heimsieg in Folge knapp. Hier lest Ihr die Stimmen zum Spiel.
Aufgrund einer Rippenprellung, die sich Jahn Kapitän Andi Geipl im letzten Spiel gegen Fürth zuzog, musste das Jahn Trainerteam eine verletzungsbedingte Umstellung vornehmen. Für ihn stand Anssi Suhonen von Beginn an auf dem Platz, zudem agierte Poldi Wurm für Robin Ziegele. Co-Trainer Munier Raychouni trat den rotgesperrten Andi Patz als Interimstrainer an der Seitenlinie. Nach dem knappen 1:2-Sieg in Münster nahm Hamburgs Coach Merlin Polzin nur wenige Änderungen in der Startformation vor. Im Zentrum rutschte Königsdörffer für Karabec rein, statt Stange fing diesen an diesem 22. Spieltag Dompé an. Beide Mannschaften machten von Beginn an Druck nach vorne. Der HSV versuchte immer wieder, seine schnellen Flügelspieler in Szene zu setzen. Doch die Jahn Abwehr stand zunächst sehr kompakt und ließ wenig zu. Nach einem gescheiterten Angriff der Gäste schaltete der SSV Jahn schnell um und lief einen Konter. Der Ball kam zu Eric Hottmann, der die linke Außenbahn entlang bis in den gegnerischen 16er lief. Kurz vor HSV-Torhüter Heuer Fernandez legte er quer und Sturmkollege Sargis Adamyan schob den Ball gekonnt rechts unten zum 1:0 ein (6.)- die frühe und durchaus überraschende Führung für die Jahnelf! Die Heimmannschaft ließ defensiv weiterhin wenig zu. So konnte auch eine scharfe Flanke von links durch Dompé wenig ausrichten, weil Louis Breuning wachsam war, den Ball raus köpfte und die Situation entschärfte. In der zweiten Reihe kam Sahiti an den Ball, scheiterte aber an Felix Gebhardt, der den Ball gekonnt fing (16.). Eine Flanke von Suhonen von der rechten Seite rutschte ab und flog knapp neben dem rechten Pfosten ins Außennetz (20.). Wenn der Ball aufs Tor gegangen wäre, hätte Heuer Fernandes keine Chance mehr gehabt. Die Regensburger liefen vor allem im Mittelfeld sehr aggressiv an, sodass der HSV keine Ruhe am Ball hatte - das zeigt in der gesamten ersten Hälfte Wirkung. Erst kurz vor dem Halbzeitpfiff wurde es im Jahn Strafraum nochmal spannend. Der HSV brachte den Ball vor das Tor und der Jahnelf fiel es schwer, die Aktion klar zu klären. Doch letztendlich brachte Königsdörffer keinen richtigen Druck hinter den Ball und fand seinen Meister in Gebhardt, der den Ball fing und die Situation klärte (42.). Die erste Halbzeit zeugte von einem starken Offensivpressing der Heimmannschaft, womit sie den HSV immer wieder unter Druck setzten. Erst kurz vor der Pause wurden die Gäste dann etwas gefährlicher, kamen aber kaum gegen die kompakt stehende Abwehrkette des SSV Jahn an.
Ohne personelle Veränderung gingen beide Mannschaften in die zweite Spielhälfte. Beide Teams starteten mit guten Offensivaktionen. In der 53. Minute kam Dompé nach einem Zweikampf gegen Kühlwetter im Jahn Strafraum zu Fall. Der Schiedsrichter zeigte kurzerhand auf den Elfmeterpunkt. Davie Selke fokussierte die linke untere Ecke, doch Gebhardt war zur Stelle und parierte den Ball. Kurz darauf war es wieder Hottmann, der auf der linke Seite durch einen Konter auf die Reise geschickt wird. Doch sowohl sein Torschuss, als auch der Schuss von Suhonen aus der zweiten Reihe wurden vom HSV abgeblockt. Die Heimelf baute weiterhin Druck auf, auf der rechten Seite setzte sich Adamyan durch, doch sein etwas zu schwacher Schuss stellte Heuer Fernandes vor weniger Probleme. Nach mehreren Wechseln wurde der Spielfluss etwas unterbrochen, der HSV erspielte sich mit zunehmender Spieldauer vermehrt Offensivaktionen, klare Torchancen blieben aber aus. Nach einer vom Schiedsrichter als gewerteten Schwalbe im Jahn Strafraum sah Hamburgs Sahiti die gelbe Karte (74.). Nur zwei Minuten später sah der HSV-Angreifer wegen Ball wegschlagens die zweite Verwarnung innerhalb kürzester Zeit und wurde mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen (74.). Doch der HSV sollte sich für den Aufwand im zweiten Durchgang auch mit einem Mann weniger doch noch belohnen: Zum zweiten Mal in diesem Spiel entschied Schiedsrichter Lars Erbst auf Foulelfmeter für den HSV, nachdem Rasim Bulic den eingewechselten Elfadi zu Fall brachte. Erneut hieß das Duell Gebhardt gegen Selke. Diesmal blieb Gebhardt ohne Chance und Selke schob den Ball ins Tor zum 1:1-Ausgleich (83.). Nun war es ein offener Schlababtausch in der Schlussphase. Der eingewechselte Christian Viet scheiterte mit einem Versuch an Heuer Fernandes (85.). Die Nachspielzeit war gezeichnet von intensiven Zweikämpfen und Kampfgeist auf beiden Seiten. Tim Handwerker setzte einen Freistoß in aussichtsreicher Position in die Mauer (90.). Und der HSV hatte in der sechsten Minute der Nachspielzeit durch Karabec auf einmal noch eine dicke Chance auf den Siegtreffer, doch der Hamburger verzog deutlich (90.+6). Am Ende blieb es beim 1:1-Unentschieden, beiden Mannschaften hilft der Punkt nicht so recht. Für den SSV Jahn geht es am kommenden Woche im Auswärtsspiel bei Preußen Münster (22.02., 13 Uhr) um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.
SSV Jahn Regensburg - Hamburger SV 1:1 (1:0)
SSV Jahn Regensburg: Gebhardt – Pröger (74. Ananou), Wurm, Bulic, Breunig, Hein (89. Handwerker) – Ernst, Suhonen (64. Viet), Kühlwetter – Hottmann (74. Ganaus), Adamyan (89. Huth)
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Hefti (58. Mikelbrencis), Hadzikadunic, Schonlau (80. Elfadli), Muheim – Meffert (75. Karabec), Königsdörffer (75. Stange), Richter (58. Reis) – Sahiti, Selke, Dompé
Tore: 1:0 Adamyan (6.), 1:1 Selke (83./Foulelfmeter)
Besondere Vorkomnisse: Selke verschießt Foulelfmeter (54.)
Gelb-Rote Karte: Sahiti (76./Unsportlichkeit)
Zuschauer: 15.210
Schiedsrichter: Lars Erbst (Gerlingen)